Faktencheck Tagebuch Appvergleich Whatsapp vs. Signal

WHATSAPP REFUSAL

6 TAGE WHATSAPP VERZICHT

VORHER

NACHER

Whatsapp ist bei mir die App mit den meisten

* Mitteilungen

* Aktivierungen

& der höchsten Bildschirmzeit


95 Mitteilungen pro Tag

20 Mitteilungen pro Tag

Ich habe das Gefühl ich muss DAUERND erreichbar sein.



1 STD Bildschirmzeit bei Whatsapp

18 min Bildschirmzeit bei IMessage

Warum möchte ich Whatsapp refusen?


Einerseits möchte ich auf WhatsApp verzichten, weil ich weniger Zeit am Handy verbringen und nicht ständig erreichbar sein möchte. Dadurch erhoffe ich mir, mein Stressniveau im Alltag zu reduzieren und bewusster mit meiner Zeit umzugehen. Andererseits möchte ich die App aus datenschutzrechtlichen und ethischen Gründen nicht unterstützen. Mir ist wichtig, meine Privatsphäre stärker zu schützen und möglichst wenige personenbezogenen Daten, sowie Metadaten großen Konzernen zur Verfügung zu stellen. Ich bevorzuge Kommunikationsdienste, bei denen Datenschutz, Transparenz und Nutzerkontrolle stärker im Vordergrund stehen. Außerdem möchte ich selbst mehr Einfluss darauf haben, wie mit meinen privaten Kommunikationsdaten umgegangen wird.

WHATSAPP

VS.

SIGNAL


|Lizenz

Proprietär / Closed Source

Open Source (größtenteils)

| Urheber*in

Signal Foundation

ursprünglich Jan Koum & Brian Acton

| Betreiber*in

Signal Foundation e

Meta

| Kosten

kostenlos

kostenlos

| Finanzierung

Spenden, Förderungen

Meta-Ökosystem, Unternehmensdienste, indirekt datengetrieben

| Anbieter

Non-Profit-Stiftung

Großkonzern

| Server

Signal-server (v.a. USA, Cloudbasiert)

weltweit verteilte Meta-Server

| KI

keine integrierte KI

teilweise (z. B. Meta AI in manchen Regionen)

| Energieverbrauch

geringer, aber ebenfalls serverabhängig

relativ hoch durch globale Infrastruktur

| Telefonnummer nötig?

Ja (nur Registrierung)

Ja

| Barrieren

kleinere Nutzerbasis

sozialer Druck zur Nutzung

| Code einsehbar?

Ja

Nein

| Klarheit über Datennutzung

relativ transparent

begrenzt

| Schutzvorrichtungen

Screen-Security, verschwindende Nachrichten

Spam-Schutz, Blockieren

| Forum/ Austausch

aktive Community/GitHub

kaum offiziell

| Regelmäßige Treffen

Entwickler-/ Privacy-Community

nein

Welche Macht hat Whatsapp über Beziehungen?


WhatsApp besitzt in Deutschland eine starke soziale Macht, weil die App von einem Großteil der Menschen genutzt wird. Wenn man beispielsweise auf Signal umsteigen möchte, ist man darauf angewiesen, dass auch das eigene Umfeld bereit ist, die App herunterzuladen und zu nutzen. Dadurch hat man nicht allein die Kontrolle darüber, wie und über welche Plattform man kommuniziert, da die Entscheidung ebenso vom Gegenüber abhängt. Auf SMS auszuweichen ist datenschutztechnisch oft keine gute Alternative, da SMS in der Regel nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. iMessage bietet zwar ebenfalls Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und sammelt tendenziell weniger Metadaten als WhatsApp, ist jedoch wie WhatsApp nicht Open Source. Signal hingegen ist Open Source und setzt stärker auf Datensparsamkeit und Transparenz. Obwohl WhatsApp-Nachrichten standardmäßig verschlüsselt sind, kann der Konzern Meta dahinter, weiterhin bestimmte Metadaten erfassen. Dazu gehören beispielsweise Informationen darüber, wer mit wem kommuniziert, wann, wie häufig und teilweise auch wie intensiv Kontakt besteht. Aus diesen Daten lassen sich soziale Muster und Beziehungsstrukturen ableiten, selbst wenn die Inhalte der Nachrichten nicht gelesen werden können. Macht entsteht aber nicht nur durch Datensammlung, sondern auch durch soziale Erwartungen. WhatsApp macht sichtbar, wann jemand zuletzt online war, ob eine Nachricht gelesen wurde oder ob gerade geschrieben oder eine Sprachnachricht aufgenommen wird. Dadurch entsteht das Gefühl, ständig erreichbar sein oder schnell reagieren zu müssen. Durch Whatsapp-Gruppen sind Menschen verbunden. Es entsteht aber auch eine soziale Abhängigkeit. Viele Freundesgruppen, Familien oder Organisationen kommunizieren über Gruppen. Wer die App nicht nutzt, verpasst Informationen, Verabredungen oder Gruppengespräche. Um Teil bestimmter sozialer Räume zu bleiben, wird die Nutzung der App dadurch indirekt vorausgesetzt. Gleichzeitig verändern Messenger auch zwischenmenschliche Beziehungen. Durch die Möglichkeit, dauerhaft in Kontakt zu sein, entstehen neue Konfliktpotenziale: Warum hast du nicht geantwortet? Warum warst du online, aber hast nichts geschrieben? Früher war die Zeit zwischen zwei Treffen oft weniger von Erwartungen geprägt, ständig erreichbar zu sein. Besonders im Dating oder in Partnerschaften zeigt sich das deutlich. Menschen werden geghostet, Nachrichten werden mehrfach interpretiert und jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Paare schreiben häufig den ganzen Tag miteinander. Das kann Nähe schaffen, aber manchmal auch emotionale Abhängigkeit oder zusätzliche Distanz.

Ist Erreichbarkeit sozial verpflichtend?


Ob beruflich oder privat, fühlt sich Erreichbarkeit oft gesellschaftlich verpflichtend an und ist es in bestimmten Situationen auch. In der heutigen Zeit wird Erreichbarkeit häufig als ein Zeichen von Interesse, Respekt oder Nähe interpretiert. Nicht erreichbar zu sein oder länger nicht zu antworten wird dagegen oft als Ablehnung oder Distanzierung wahrgenommen. Das Wichtigste ist deshalb die Kommunikation über die eigene Erreichbarkeit. Wie viel Kapazität habe ich zu antworten? Was bedeutet es, wenn ich länger nicht antworte? Welche Erwartungen habe ich selbst und welche haben andere an mich? Durch fehlende Kommunikation über die eigene Erreichbarkeit entstehen oft zwischenmenschliche Konflikte, da Menschen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie erreichbar ihr Gegenüber sein sollte. Im Berufsleben ist man oft darauf angewiesen erreichbar zu sein. Das varriert von Job zu Job, dennoch ist es oft in vielen Berufen essenziell, schnell auf Nachrichten zu antworten, Anrufe entgegenzunehmen oder grundsätzlich erreichbar zu sein. Obwohl die Nutzung von WhatsApp formal freiwillig ist, besteht in vielen sozialen Kontexten ein indirekter Zwang zur Nutzung. Wer die App nicht verwendet, riskiert, Informationen, Gruppengespräche oder soziale Anschlussmöglichkeiten zu verpassen. Dadurch wird die Entscheidung gegen WhatsApp häufig nicht allein individuell getroffen, sondern hängt stark von gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Strukturen ab.

TAGEBUCH


TAG 0: (Mi)

- nur Benachrichtigung ausgestellt - oft Handy gecheckt und realisiert, dass keine Benachrichtigung kommt - Teilweise nicht realisier, dass die Benachrichtigung ausgestellt ist - Gefühl etwas zu verpassen/ nicht auf dem neuesten Stand zu sein - angenehm nicht dauernd Nachrichten zu sehen - > Whatsapp bewusster geöffnet - > Handycheck bewusster geworden

WHATSAPP (&INSTAGRAM) GELÖSCHT > KOMMUNIKATION ÜBER IMESSAGE UND ANRUFE


TAG 1: (Do)

- Gewohnheitshandlung auf den Screen oder Whatsapp zu gehen - Drang nur noch einmal kurz in Whatsapp reinzuschauen - keine Möglichkeit alte Memos anzuhören - Gedanken darüber, wer eventuell auf eine Antwort wartet/ versucht mich zu erreichen - tägliche Kontakte normal über SMS - Telefonieren schneller und direkter als langes schreiben - > wenig Umstellung, durch SMS

TAG 2: (Fr)

- Sorge, Nachricht von meinem Chef zu verpassen - Frage: Wäre arbeiten ohne Whatsapp möglich? (Jobeinstellung, Arbeitsgruppe) - Unwissenheit: Verpasse ich etwas oder nicht? - Aber: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß - über Mitbewohnerin, Inhalte aus Gruppenchats mitbekommen - Ausversehen über WhatsApp Chef angerufen

TAG 3: (Sa)

- SMS, wie Whatsapp ohne Gruppen und nur mit Kontakten, denen ich Bescheid gegeben habe > wenig spürbarer Refusal - verpasse Gruppenchats und evtl. Nachrichten von Menschen, mit denen ich nicht täglich Kontakt habe - sehr angenehm wenig Nachrichten zu bekommen - bewusstere Komunikation: eher Organisatorisches. keine Audios - dieselben Sachen mit Personen besprechen aufwändiger, da man keine gemeinsame Gruppe hat

TAG 4: (So)

- sehr konzentrierter und produktiver Tag - wenig Ablenkung durch Whatsapp oder Instagram - Realisierung, dass IMessenger datenschutztechnisch ähmlich wie Whatsapp ist, deswegen ab morgen für 2 Tage kompletter Refusal von Textmessenger Apps - finde es total angenehm nicht erreichbar sein zu müssen!

KOMPLETTER VERZICHT AUF TEXTMESSENGER UND ANRUFE


TAG 5: (Mo)

- Dalma dachte ich hätte verschlafen, weil ich mich nicht gemeldet habe (FreundInnen gehen davon aus, dass man erreichbar ist, sich meldet) - meine Mama und mein Bruder haben mich mehrmals angerufen, da eine Freundin mich seit mehreren Tagen versucht zu erreichen, um unser Camping Wochenende zu planen > man geht davon aus das Andere erreichbar sind und macht sich sonst schnell Sorgen, ob etwas passiert ist

TAG 6: (Di)

- genaue Absprachen mit FreundInnen wann und wo wir uns das nächste mal sehen - bekomme über FreundInnen Informationen aus Whatsapp Gruppen - immer noch präsente Handlung das Handy zu chcken, obwohl alle Benachrichtigungen ausgestellt sind > mehr Verlässlichkeit gefordert

FAZIT

- von FreundInnen abhängig, wenn es um Gruppenchats geht - angenehm nicht dauernd erreichbar zu sein und den Druck zu haben sein Handy zu checken oder zu antworten - für organisatorische Dinge umständlicher - bewussterer Umgang mit Nachrichten: organisatorische Informationen, ansatt ausführliche Konversationen

117 Aktivierungen pro Tag

60 Aktivierungen pro Tag

Whatsapp & Instagram sind meine meistgenutzen Apps

3 Std 40 min Bildschirmzeit

2 Std 10 min Bildschirmzeit

APP VERGLEICH


* negativ

* positiv

WHATSAPP


* technisch sicher, aber großes Datenschutz Problem
* Gehört zu Meta
* Viele Metadaten (wer, mit wem, wann wie oft kommuniziert + Netzwerkstrukturen)
* Nicht Open Source
* Werbekonzern im Hintergrund

* Ende-zu-Ende Verschlüsselung

SIGNAL


*Telefonnummer notwendig

*Ende-zu-Ende verschlüsselt

*Open Source

*Sehr wenige Metadaten

*Non-Profit-Stiftung statt Werbekonzern

>*Keine Werbung

*Sehr transparente Sicherheitsarchitektur

SMS


*Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
*Provider kann Inhalte theoretisch sehen
*Leichter abfangbar
*Viele Metadaten

IMESSENGER


*Nicht Open Source
*stark ans Apple Ökosystem gebunden

*Ende-zu-Ende verschlüsselt

*Tendenziell weniger Datensammlung

*Apple ist kein Werbekonzern wie Meta

TELEFON


*Keine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
*Provider ist technisch beteiligt
*Viele Verbindungsdaten
*ungefährer Standort

*keine schriftliche Spur

EMAIL


*Meist keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
*Anbieter kann Inhalte oft technisch verarbeiten
*Viele Metadaten