Bigfoot (englisch für „Großfuß“) heißt ein humanoider Kryptid der nordamerikanischen Folklore von erheblicher Größe, mit überdimensionalen Füßen und starker Fellbehaarung, der in fast allen Gebirgen der USA und Kanadas, insbesondere in den Rocky Mountains und den Appalachen, gesichtet worden sein soll.Angebliche Sichtungen werden allerdings auch aus den Waldgebieten von Texas berichtet. Bigfoot wird in Kanada und dem Bundesstaat Washington auch Sasquatch genannt, was in der Sprache dort ansässiger Ureinwohner für „stark behaarter Mensch“ bzw. „haariger Riese“ steht.
Die Bigfootlegende kann mindestens bis in die 1850er Jahre zurückverfolgt werden, als in Nordkalifornien Indianer von einem dergestaltigen Wesen berichteten.[2] Um 1958 erlebte die Legende eine Renaissance in der Öffentlichkeit.[2] Auch in verschiedenen Gebieten Asiens, wie der Volksrepublik China, Vietnam (dort bekannt als Felsenaffe), Malaysia und Indien,[3] wird von ähnlichen Wesen unter anderen Namen berichtet. In den Medien werden die verschiedenen Wesen zumeist durch einen Namensvorsatz unterschieden, der das jeweilige Land bezeichnet. In der Kryptozoologie, die von der wissenschaftlichen Zoologie als Pseudowissenschaft betrachtet wird, halten manche den Bigfoot wie den „Schneemenschen“ Yeti für einen Überlebenden der ausgestorbenen Gattung Gigantopithecus. 1985 versuchte der amerikanische Anthropologe Grover Krantz, den Bigfoot als Gigantopithecus blacki zu beschreiben. Die International Commission on Zoological Nomenclature lehnte dies ab, da das Taxon bereits vergeben war und Krantz keinen Holotyp vorweisen konnte.[4] Die meisten Forscher halten Bigfoot für einen Mythos, dennoch machen sich zahlreiche Menschen, sowohl Wissenschaftler als auch Laien, auf die Suche nach Bigfoot. Oft werden Braunbären oder Grizzlybären als Bigfoot identifiziert, die sich unter anderem auch aufrecht auf den Hinterbeinen bewegen können. Skamania County und Whatcom County (beide in Washington) erklärten sich 1969 bzw. 1991 zu Bigfoot-Schutzgebieten: Hier ist die Bejagung des Kryptiden gesetzlich verboten.
Bislang konnten keine allgemein anerkannten Beweise für die Existenz von Bigfoot erbracht werden. Ton- und Bildaufnahmen erwiesen sich entweder eindeutig als Fälschungen oder sind sehr umstritten. Am bekanntesten ist ein 1967 von Roger Patterson und Robert Gimlin veröffentlichter 16-mm-Film, der ein kryptozoologisches Wesen zeigt, das nach Meinung von Skeptikern ein Mensch in einem Gorillakostüm ist. Im Dezember 2002 erklärte Michael Wallace,[6] der Sohn des verstorbenen Holzfällerunternehmers und Bigfootforschers Ray L. Wallace, dass sein Vater seit ca. 1958 Bigfootfußspuren mit aus Holz geschnitzten Füßen gelegt habe. Die Veröffentlichung der Wallace-Geständnisse und der Fotos von Michael Wallace mit großen Holzfüßen in der Hand fand ein starkes Echo in den amerikanischen, aber auch in internationalen Medien. Tenor: „Bigfoot ist tot!“ Bigfootforscher behaupten, die häufig gefälschten Bigfootfährten seien leicht von „echten“ zu unterscheiden; die Gewichtsverlagerung eines lebendigen Wesens könne nicht durch einfache Holzstempel oder Latexfüße nachgebildet werden. Doch es sollen auch Knochen der Affenmenschen vorliegen. Auch Berichte über erschossene Exemplare machen die Runde, etwa aus dem Jahre 1549, als nahe der bolivianischen Stadt Caracas der Kadaver eines dort Ukumar (ukumari, Quechua: „Bär“) genannten Wesens gefunden worden sein soll. In der Nähe von Tafi Valley soll ein Ukumar, wie Pedro de Cieza de León in seiner Chronik von Peru (La Crónica del Perú)[7] berichtet, sogar lebendig gefangen worden sein. Zwei Männer behaupteten im Juli 2008, in den nördlichen Wäldern des amerikanischen Bundesstaates Georgia einen Bigfootleichnam gefunden zu haben.[8] Wie am 19. August bekannt wurde, handelte es sich dabei aber lediglich um ein handelsübliches Bigfootkostüm, das von den beiden offensichtlich in betrügerischer Absicht eingefroren worden war.[9]