Unter der Firma und dem Markennamen Letraset wurden, besonders vor der heutigen Verbreitung von Computern, Anreibebuchstaben verkauft. Diese stellten bis in die 1980er Jahre eine bei professionellen Grafikdesignern, Ingenieurbüros oder Layoutern bis hin zur Kindergarten-Bastelstube populäre Möglichkeit dar, ordentlich aussehende Schriften auf Flächen aufzubringen. Die auf einer transparenten Folie befindlichen Buchstaben werden nicht mit herkömmlichem Klebstoff aufgeklebt, sondern einzeln mit einem harten Stift oder einem speziellen Anreibelöffel von der Folie auf das darunterliegende Medium aufgerieben. Dadurch sind sie sehr haltbar, wirken nach kurzer Übung sehr professionell und man hat keine Klebstoffflecken zu befürchten. Außer Buchstaben in verschiedenen Schriftarten und -größen sind auch Bogen mit grafischen Elementen erhältlich.
Heute ist Letraset zwar noch erhältlich, hat allerdings deutlich an Popularität gegenüber den Möglichkeiten von Tintenstrahl- und Laserdruckern eingebüßt. Geblieben ist die Verwendung auf schwierig bedruckbaren Medien, etwa Schildern und kleineren Fahrzeugbeschriftungen, wenn beispielsweise kein Schneidplotter für eine professionelle Folienbeschriftung vorhanden ist.
Eine der bekanntesten von Letraset geschaffenen Schriften ist die Compacta aus dem Jahre 1963.
Letracopy war ein Color-Thermo-Transferwerkzeug in Form von Folien und Folienrollen zur partiellen Einfärbung von Schwarzweiß-Fotokopien und -Laserdrucken. Mit dem Aufkommen der Farbkopierer Ende der 1980er Jahre wurde Letracopy zusehends bedeutungslos.
Anfang der 1990er Jahre war Letraset Anbieter von DTP-Software: DesignStudio für Layouts, ColorStudio (1989, von Tom Hedges und Mark Zimmer entwickelt) zur Farb- und ImageStudio zur Schwarzweiß-Bildbearbeitung, LetraStudio für Titelsatz und FontStudio zur Schrift- und Logoentwicklung. Im Jahr 1990 war DesignStudio 2 ein ernstzunehmender Konkurrent zum Aldus PageMaker.
Als Adobe 1990 Photoshop herausbrachte, wurde es schnell zu einem wichtigen Konkurrenten für ColorStudio, auch wenn sein Funktionsumfang weniger robust war. Langfristig trugen jedoch die erhöhte Benutzerfreundlichkeit von Photoshop und die Verbesserungen der Photoshop-Funktionen zusammen mit dem hohen Preis von ColorStudio zum Untergang von selbigem bei.