Wenn ich den Raum spüre, vergesse ich die Zeit.
Wenn ich den Raum vergesse, spüre ich die Zeit.
Mit „Raum“ meine ich das Hier und Jetzt, also das,
was ich mit meinen fünf Sinnen und meinem Körper wahrnehme:
beispielsweise Licht, Geräusche, Gerüche, Temperatur, Bewegungen,
Anspannung, Müdigkeit. Spüre ich den Raum, bin ich mit mir selbst
und meiner Umgebung verbunden und angenehme und unangenehme Gefühle
dürfen gleichermaßen da sein, ohne sofort bewertet oder kontrolliert
werden zu müssen.
Diese Website kennt die aktuelle Uhrzeit, zeigt stattdessen jedoch
Sinneswahrnehmungen, die ich zu diesem Zeitpunkt in der Vergangenheit
gespürt habe. Die Wörter bewegen sich langsam durch den Raum und
zwischen ihnen tauchen zusätzlich kleine Sterne auf, die für flüchtige
Mikrowahrnehmungen stehen. Die Uhrzeit hat also nach wie vor einen
Einfluss und bestimmt, welche Wahrnehmungen erscheinen, bleibt aber im
Hintergrund. Der Fokus liegt nicht auf der Zahl, sondern dem Erlebten.
Was verändert sich, wenn meine Aufmerksamkeit nicht mehr der Uhrzeit
gilt, sondern dem Raum? Wenn ich mich seltener frage, wie spät es ist,
und öfter frage, woran ich spüre, dass ich in diesem Moment hier bin?
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Fonts:
Source Serif 4 von Frank Grießhammer
Space Grotesk von Florian Karsten
Linda Sophie Wolthaus
Strategies for Techno-Refusal
bei Karen Czock
SoSe26 HAW Hamburg
(Was nimmst du gerade wahr?)
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